Nächster Termin
19. März 2026
Gerlingen hat viel zu bieten und viele Orte, die für seine Bürger etwas Besonderes sind. Diese wollen wir nach und nach mit den Gerlinger Abendspaziergängen näher kennenlernen. Den Ort selbst und auch die Menschen, die an diesem Ort für uns Gerlinger da sind.
Besondere Gerlinger Orte entdecken
Abendspaziergang
Nächster Abendspaziergang
am 19. März 2026
Garten
& Bad
Voranmeldung Abendspaziergang
Wir freuen uns wenn Sie am 03. Juli 2025 bei unserem Abendspaziergang dabei sind.
Abendspaziergang »Garten & Bad«
Stationen
1. Obst-, Wein- und Gartenbauverein Gerlingen e. V.
Christof Maisch (2. Vorsitzender OWG Gerlingen e.V.) wird uns in Empfang nehmen und bei einem kleinen Umtrunk und Rundgang durch die Streuobstwiesen mehr über den Verein erzählen.
Herr Fauser, 1. Vorsitzender des Obst-, Wein- und Gartenbauverein Gerlingen e. V., kommt später dazu und gibt uns weitere Einblicke.
Der Obst-, Wein- und Gartenbauverein Gerlingen e. V. wurde 1903 von Gerlinger Wengertern gegründet, um gemeinsam Geräte anzuschaffen, die sich Einzelne nicht leisten konnten. In den Anfangsjahren sicherte der Verein Existenzen – damals wurden in Gerlingen noch rund 140 ha Wein angebaut.
Heute ist die Weinanbaufläche auf etwa 6 ha geschrumpft. Neben fachlichen Themen rund um Obst-, Garten- und Weinbau stehen vor allem Gemeinschaft und Naturverbundenheit im Mittelpunkt. Zu den Highlights zählen das alle zwei Jahre stattfindende Rettichfest, Fachreisen ins Ausland, Schnittkurse, Vorträge und die Teilnahme am Straßenfest.
Der Verein engagiert sich zudem im Ortsbild, etwa mit dem Osterbrunnen, Blumenbeeten und der Gestaltung eines Kreisels. Treffpunkt ist heute eine eigene Streuobstwiese mit Insektenhotel, die für Veranstaltungen und Lehrgänge genutzt wird.
2. Walz Badmanufaktur
Bei der zweiten Station erfahren wir alles über Badsanierung und Badrenovierung über Modernisierungen bis hin zur altersgerechten Badgestaltung.
Die Walz Badmanufaktur besteht aus zwei Brüdern mit langjähriger Erfahrung in der professionellen Badsanierung. Gemeinsam mit einem neunköpfigen Expertenteam aus verschiedenen Fachbereichen realisieren sie individuelle Traumbäder.
Das Unternehmen begleitet seine Kunden von der ersten Beratung bis zur fertigen Umsetzung – von Teilsanierungen bis hin zur Komplettsanierung. Dank eines starken Netzwerks an Partnerbetrieben erhalten Kunden alle Leistungen aus einer Hand, ohne selbst verschiedene Dienstleister koordinieren zu müssen.
3. Jugendgemeinderat
Am nächsten Halt erfahren wir vom Jugendgemeinderat mehr über ihre Arbeit.
Der Jugendgemeinderat (JGR) vertritt die Interessen der Jugendlichen in Gerlingen gegenüber Bürgermeister, Gemeinderat und Stadtverwaltung. Die 18 Mitglieder werden für zwei Jahre gewählt. Wahlberechtigt und wählbar sind alle Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren mit Wohnsitz in Gerlingen – unabhängig von der Staatsangehörigkeit.
Der JGR tagt regelmäßig unter dem Vorsitz des Bürgermeisters und kann eigene Themen einbringen. Er hat eine beratende Funktion in Jugendangelegenheiten, jedoch keine Entscheidungsbefugnis.
4. Jugendcafé Konfus
Als Endstation werden wir im gemütlichen Café Konfus und Ristorante Pizzaria Gusto verköstigt und dürfen den Abend ausklingen lassen.
Der Trägerverein Jugendtreff Gerlingen e.V. vertritt seit 1995 die Interessen von Jugendlichen, um diesen einen Raum zur Verfügung zu stellen, der ihnen die Möglichkeit bietet, ohne Konsumzwang, selbstständig und kreativ ihre Freizeit zu gestalten.
Das Café ist ein Treffpunkt mit viel Charme, an dem man gerne Zeit mit Freunden verbringt. Neben günstigen alkoholischen und alkoholfreien Getränken gibt es zahlreiche Freizeitangebote wie Tischkicker, Dart sowie eine große Auswahl an Karten-, Brett- und Gesellschaftsspielen. Hier kann jeder seinen Abend ganz nach eigenen Wünschen gestalten – eine gute Zeit in geselliger Atmosphäre ist garantiert. Der Trägerverein Jugendtreff Gerlingen e.V. vertritt seit 1995 die Interessen von Jugendlichen.
Ansprechpartner
Heike Bischoff
Telefon: +49 174 3102344
E-Mail: Heike.bischoff@mein-gerlingen.de
Gastgeber werden
Sie haben einen besonderen Ort, den wir besuchen dürfen?
Dann freuen wir uns über eine Nachricht:
heike.m.bischoff@t-online.de
Rückblick auf unseren Abendspaziergang
am 31. Mai 2023
Ohne Wasser kein Leben
Viel drängender können Themen in Zeiten des Klimawandels nicht sein: Wasser und Wald. Und so sind bei diesem Abendspaziergang im heißen, trockenen Juli 2023 auch rund 100 Gäste dabeigewesen.
Ob nach dem Abendspaziergang der Wasserverbrauch in Gerlingen weiter steigt? Nach der Kostprobe direkt aus dem Probehahn des Wasserhochbehälters im Stöckach steht jedenfalls fest: Unser Trinkwasser ist richtig lecker! Vielleicht aber sinkt der Wasserverbrauch ja auch, weil zumindest die 100 Abendspaziergänger noch mehr auf ihren Wasserverbrauch achten. Ein paar Ideen dazu wurden beim gemütlichen Beisammensein im Biergarten im Stöckach an einigen Tischen schon entwickelt.
Trinkwasser für die Toilette
127 Liter Wasser verbraucht jeder Gerlinger im Schnitt. Das Allermeiste für Dusche oder Bad, Toilettenspülung und Wäsche. Nur vier Prozent unseres Trinkwassers landen in unserem Essen und Trinken. Jochen Weiß, der stellvertretende technische Leiter des Städtischen Wasserwerks, gibt einen spannenden Abriss zu unserer Trinkwasserversorgung. Ob schon jeder wusste, dass der Bodensee Europas größtes Trinkwasserreservoir ist? Das Wasser wird in diversen Schritten aufbereitet, gefiltert und entkeimt. 130 Millionen Kubikmeter Trinkwasser werden dann von der Bodensee-Wasserversorgung über ein Leitungsnetz von 1700 Kilometern Länge im Land verteilt. Seit 1958 auch nach Gerlingen.
Wer will schon Arsen trinken?
Die Abendspaziergänger haben viele Fragen, zu Notstromaggregaten, Brauchwasserleitungen, Wasserproben. Auf rund 200 Chemikalien wie Benzol, Nitrat, Acrylamid, Arsen, Blei oder Schadstoffe wie etwa das Bakterium Escherichia coli wird unser Wasser dreimal im Monat untersucht. Allerdings, erklärt Weiß, ist das Wasserwerk nur bis zu den Grundstücksgrenzen der Bürger für die Qualität des Wassers zuständig.
Lecker: Bodenseewasser
Mit vielen interessanten Informationen von Weiß gesättigt, führt der uns hinab ins kühle Reich des nur oberirdisch klein wirkenden „Behälters“. Eine angenehm frische Temperatur, Rohre und Pumpen sowie ein bläulich schimmernder Wassertempel mit kühlem Trinkwasser empfangen uns. Jetzt noch ein Schluck aus dem Probehahn für alle, die mögen. Wunderbar!
Leichtes Spiel für Ips typographus
Wieder oben angelangt, geht es mit Forstrevierleiter Simon Walz weiter. Er stellt sich und seinen Arbeitsplatz, den Gerlinger Wald, vor. Seit acht Jahren ist Walz mit seinem Team für ihn zuständig. Seit dieser Zeit spürt er auch die Extreme, die der Klimawandel mit sich bringt. Für den Wald sei die andauernde Trockenheit ein riesiger Stressfaktor. So mussten im Stöckach viele trockenheitsgeschädigte Buchen gefällt werden. Und in den geschwächten Fichten habe der Buchdrucker, Ips typographus, leichtes Spiel. Vier Rindenplatten mit deren Fraßbild hat Walz zur Anschauung mitgebracht. Schön anzusehen, aber tödlich für die Fichten.
Unser täglich Holz
Wald wächst nicht in wenigen Jahren, eher in Jahrzehnten und Jahrhunderten. Wie soll da eine schnelle Anpassung an den Klimawandel funktionieren? Die Durchschnittstemperaturen sind seit den 1960er Jahren um rund 2 Grad Celsius gestiegen, während die Niederschläge im Schnitt stark abgenommen haben. Simon Walz und sein Team haben sich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung verschrieben. Wurde nach dem Krieg die Fichte als „Brotbaum“ flächendeckend gepflanzt, ist seit Jahren Mischwald die Devise, allen voran Eichen, Douglasien, aber auch Birken, Ahorn und viele Baumarten mehr.
Gute Ideen gegen Wassernotstand
„Wir sind viel im Wald unterwegs“, erzählen die Wahl-Gerlinger Frances und Darren Buttle aus Nordengland im Biergarten. „Die Trockenheit der Natur kann einem dabei natürlich nicht entgehen! Und da wir in England ein Riesenproblem mit der privatisierten Wasserversorgung haben, hat uns der Abend sehr interessiert.“ Ihr Urgroßvater, ergänzt Frances Buttle, habe drei Wasserhähne im Haus gehabt, einen für warmes, einen für kaltes Wasser und einen dritten für Brauchwasser. Sehr fortschrittlich! Vielleicht, meint sie, wäre es ja eine gute Idee, in der Dusche in einem Eimer jenes Wasser etwa zum Gießen aufzufangen, das wir in den Abfluss laufen lassen, weil es zum Duschen noch zu kalt ist. Gute Ideen kennen keine Grenzen.
Beitrag und Fotos von Barbara Bross-Winkler
